Kampf dem Kindesmissbrauch via Internet

Radio Vatikan

Die Stimme des Papstes und der Weltkirche

Rom: Kampf dem Kindesmissbrauch via Internet

Phänomene wie Sextortion von Jugendlichen via Internet verbreiten sich schnell – AP

28/09/2017 09:38
 Trolling, Cyber-Bullying, „Sextortion“ (sexuelle Erpressung) und Cyber Grooming: was sich wie Science-Fiction-Vokabel anhört, ist für viele Kinder und Heranwachsende bittere Realität. Denn sie sind im immer unkontrollierbarer scheinenden Internet vielfältigen Gefahren ausgesetzt, von denen die genannten nur einige darstellen. Die Würde von Kindern und Heranwachsenden in der digitalen Welt zu schützen, dieses Anliegen hat das Kinderschutzzentrum der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom dazu bewogen, einen großen Kongress zu diesem Thema auszurichten.

„Child dignity in the digital world“ ist der Titel des Kongresses, zu dem rund 150 Fachleute von 3. bis 6. Oktober in Rom tagen werden. Gemeinsam mit dem Kinderschutzzentrum firmieren die italienische Kinderhotline Telefono Azzurro und die britische Kinderschutzinitiative WeProtect als Ausrichter der Tagung, die unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesforschungsministeriums steht. Der Leiter des Kinderschutzzentrums Pater Hans Zollner hat die Initiative ins Leben gerufen. „Wir sehen, und zwar in verschiedenen Bereichen, dass das Internet ein wunderbares Instrument für Kommunikation und vieles mehr ist, aber eben auch große Gefahren birgt – besonders für jene, die der Gefahr sexuellen Missbrauchs durch und im Internet ausgesetzt sind,“ erklärt der Jesuit im Gespräch mit Radio Vatikan. Zwar sei das Problem bereits im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen, doch das sei nicht genug.

Regierungsvertreter, Fachleute und Polizisten an einem Tisch

„Wir sehen, dass in vielen Bereichen über dieses Thema gesprochen wird, es gibt viele Konferenzen dazu, aber was wir bei diesem Kongress als einzigartig ansehen, ist, dass wir von Anfang an versucht haben, die entsprechenden Verantwortlichen auf höchster Ebene, Wissenschaft, Regierungen, NGOs wie UNICEF, aber auch die Polizei, Medienvertreter und Medienfirmen sowie die verschiedenen Religionen an einen Tisch zu bekommen,“ so der Jesuitenpater, der auch Mitglied der vatikanischen Kinderschutzkommission ist.

Der hochkarätig besetzte Kongress wurde nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern die Teilnahme erfolgt auf persönliche Einladung. Eine Einladung, die so gut wie keine der Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, und Wissenschaft ausgeschlagen hat, zeigt sich Pater Zollner stolz über die Resonanz der Initiative:

„Wir haben erfreulicherweise ohne große Anstrengungen alle wichtigen Wissenschaftler gewinnen können, an diesem Kongress teilzunehmen, das sind die Top-Leute aus Kanada, USA, Großbritannien, Deutschland und Italien, die zu diesem Thema seit Jahren und Jahrzehnten arbeiten, das heißt zum Thema sexueller Missbrauch von Minderjährigen im Internet. Diese setzen sich auch mit der Präventionsarbeit auseinander.“

Papst Franziskus sollen die Ergebnisse präsentiert werden

Mit Fachvorträgen und interdisziplinär aufgestellten Arbeitskreisen soll das Thema aus verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet werden, am Ende des Kongresses wollen die Teilnehmer dann Papst Franziskus höchstpersönlich die erarbeiteten Ergebnisse in Form einer „Erklärung zur Würde von Minderjährigen in der Digitalen Welt“ vorstellen. Am Freitag, dem letzten Kongresstag, ist eine Audienz bei dem Kirchenoberhaupt geplant, der das Thema der Missbrauchsprävention und –ahndung ganz oben auf seine Prioritätenliste gesetzt hat. Ziel der Ausrichter des Kongresses: die Erstellung von Leitlinien, „in denen diese verschiedenen wichtigsten Vertreter verschiedener Bereiche arbeiten müssen, damit das Internet eine sicherere Präsenz hat und Kinder nicht einem so hohen Risiko ausgesetzt sind, wie sie das heute sind,“ so der Wunsch von Pater Zollner.

Eine illustre Teilnehmerliste

Die Voraussetzungen für eine fruchtbare Auseinandersetzung mit dem Thema, die auch ins Konkrete übersetzt werden möge, sind gut: denn neben den Fachleuten und hochrangigen Vertretern verschiedener NGOs und Polizeieinheiten sind auch Politiker eingebunden, die sich in strategisch wichtigen Ländern um die Gesetzgebung kümmern: Staatssekretärin Quennet-Thielen aus dem deutschen Forschungsministerium und der Senatspräsident, die Bildungsministerin sowie die Reformministerin Italiens beispielsweise. Aus Großbritannien kommt Joanna Shields, eine Pionierin des Kinderschutzes im damals neuen Medium des Internets und spezielle Beauftragte der Regierung für Internetsicherheit. Weitere Teilnehmer aus der Politik sind Vertreter der britischen und der australischen Regierung sowie mehrere Botschafter beim Heiligen Stuhl wie jene Deutschlands, Annette Schavan. Auch der Vatikan selbst ist prominent vertreten: „Vom Heiligen Stuhl kommt der Kardinalstaatsekretär, der eine Ansprache halten wird, sowie zwei Kardinäle, von Manila Kardinal Tagle und von Nairobi, John Njue“, erzählt Pater Zollner.

Ein Video, Vorträge, Diskussion und Arbeitsgruppen

Die Stimme von Opfern sexuellen Missbrauchs eröffnet die Veranstaltung. „Wir werden mit einem kleinen Video beginnen, in dem dargestellt wird, welchen Schaden sexueller Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen anrichtet. Wir haben uns entschieden, keine direkten Opfer einzuladen, weil es sich ja auch um sehr junge Menschen handeln würde und wir eine Retraumatisierung verhindern möchten.“ Stattdessen werden zehn Studierende aus verschiedenen Ländern und Universitäten, die in Rom ansässig sind, in den zehn Arbeitsgruppen ihre Sicht auf die digitale Welt einbringen.

Die Konferenz wird im Internet über youtube und den facebook-Auftritt des Kinderschutzzentrums übertragen, einschließlich aller Vorträge, Pressekonferenzen und der Audienz bei Papst Franziskus am Freitag.

(rv 28.09.2017 cs)

Evangelische Brüdergemeinde zeigt sich “tief betroffen”

Evangelische Brüdergemeinde zeigt sich “tief betroffen”

Nach REPORT MAINZ-Bericht über Missbrauchsskandal

Brüderschaft

Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal hat sich in einer öffentlichen Stellungnahme “tief betroffen” gezeigt über den Fernsehbericht des ARD-Politikmagazins REPORT MAINZ zu neuen Erkenntnissen im Missbrauchsskandal Korntal. Bisher sei man von Einzelfällen ausgegangen. Dass die Sichtung von Akten zu einer anderen Erkenntnis geführt habe, nehme man “schmerzlich” zur Kenntnis. Exklusiv hatte REPORT MAINZ am Dienstag, 30.5.2017, über erste Untersuchungsergebnisse der beiden unabhängigen Aufklärer, des Marburger Erziehungswissenschaftlers Prof. Benno Hafeneger und der ehemaligen Richterin Dr. Brigitte Baums-Stammberger, berichtet.

Die Mitteilung der Brüdergemeinde im Wortlaut: “Die ersten Informationen und Ergebnisse der Aufklärer, die im Rahmen der Berichterstattung des ARD-Politikmagazins REPORT MAINZ veröffentlicht wurden, machen uns tief betroffen. Wir sind bislang von Einzelfällen ausgegangen. Dass die bisherige Sichtung der Akten durch Prof. Hafeneger zu anderen Erkenntnissen kommt, nehmen wir schmerzlich zur Kenntnis. Mit normalem Menschenverstand sind diese grausamen Geschehnisse unvorstellbar. Wir stehen zu hundert Prozent hinter dieser vorbehaltlosen und unabhängigen Aufklärung und bitten alle Betroffenen weiterhin, sich der Aufklärerin, Frau Dr. Baums-Stammberger, anzuvertrauen, damit erlittenes Leid anerkannt werden kann. Auch unsere Organisation wird noch lange brauchen, um dieses schwere Kapitel unserer Geschichte aufzuarbeiten.”

 

REPORT MAINZ berichtete am 30.05.2017

Im Missbrauchsskandal von Korntal bestätigen erste Untersuchungsergebnisse die Vorwürfe von Opfern: Danach hat es in den Kinderheimen der Evangelischen Brüdergemeinde jahrelang ein System der Gewalt gegeben. Anderthalb Monate nach dem Start der Aufklärung von Missbrauchsfällen in Kinderheimen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal haben die beiden unabhängigen Aufklärer, die ehemalige Richterin Dr. Brigitte Baums-Stammberger und der Erziehungswissenschaftler Prof. Benno Hafeneger (Philipps-Universität Marburg), in REPORT MAINZ exklusiv erste Ergebnisse ihrer Untersuchung präsentiert.

Danach haben Kinder in den Kinderheimen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal von den 1950er Jahren bis in die 1980er Jahre systematisch körperliche, psychische und sexuelle Gewalt erleiden müssen. Die Heimleitung habe nachweislich von Vorfällen sexuellen Missbrauchs gewusst, diese jedoch vertuscht. Exklusive Recherchen von REPORT MAINZ zeigen zudem, dass es sogar noch Anfang der 2000er Jahre Missbrauchsfälle in einem Kinderheim der Evangelischen Brüdergemeinde in Korntal gab.

Ein Kommentar von Detlev Zander Betroffener von sexualisierter Gewalt in der Brüdergemeinde Korntal 

Tief betroffen, dies nehme ich der Brüdergemeinde Korntal nicht ab, eher Schadensbegrenzung! In keiner Institution, die in der Vergangenheit ihren Missbrausskandal aufgeklärt hat, wird so geschwiegen wie in der Brüdergemeinde Korntal. sie informieren auf ihrer Homepage nur spärlich über ihren Skandal.  Ich kann es der Brüdergemeinde Korntal nicht verübeln. Nach außen erwecken sie der Öffentlichkeit den Eindruck, dass sie unabhängig aufklären. Doch genau hier , liegt das Problem! I Die Brüdergemeinde Korntal bestimmt, was und wie lange aufgeklärt werden soll. Opfer werden für dumm verkauft. Ich arbeite seit über drei Jahren an der Aufklärung, nun bin ich eine Gefahr für die Brüdergemeinde Korntal geworden. Aus diesem Grund wurde ich mit Wissen der Brüdergemeinde Korntal gejagt,gedemütigt und erneut zu tiefst verletzt. Nur mit dem einem Ziel mich aus der Kommission zu verjagen. Denn ich habe sehr viel zu sagen, und dies weis die Brüdergemeinde Korntal sehr genau.

Wer so mit Betroffenen umgeht, dem nehme ich nicht ab, dass man betroffen sei. Diese Lippenbekenntnisse der Brüdergemeinde Korntal sind falsch, verlogen und schadet der nicht unabhängigen Aufklärung in Korntal noch mehr.

Ich rufe die Verantwortlichen der Brüdergemeinde Korntal auf, übernehmen sie Verantwortung, lösen sie die Kommission auf, und treten sie gemeinsam zurück!

Nur ein Neuanfang, gemeinsam mit der Landeskirche Württemberg bringt uns weiter. Ein weiter so, mit christlichen Sonntagsreden wird den Opfern niemals gerecht!

Detlev Zander

Detlev Zander damals und heute Quelle privat

KOMMISSION GEFORDERT 

KOMMISSION GEFORDERT  CDU-Familienpolitiker beklagt schwere Missstände in der Jugendhilfe

Von Sabine Menkens |  | Lesedauer: 2 Minuten
Im Bundestagswahlkampf spielte die Familienpolitik eine untergeordnete Rolle. Ändert sich das nach dem 24. September?
Im Bundestagswahlkampf spielte die Familienpolitik eine untergeordnete Rolle. Ändert sich das nach dem 24. September?

Quelle: pa/Julian Strate/dpa/Julian Stratenschulte

Der CDU-Familienpolitiker Marcus Weinberg kritisiert die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. Es gebe dort zahlreiche strukturelle Probleme. Weinberg fordert eine eigene Kommission zur Aufarbeitung von Kindesentzügen.

„Ich habe als Abgeordneter mittlerweile so viele Fälle von nicht nachvollziehbaren Inobhutnahmen, Sorgerechtsentzügen, aber auch Klagen von Pflegeeltern über die Behörden zugesendet bekommen, dass ich davon überzeugt bin, dass es sich nicht mehr um wenige Einzelfälle besonders versagender Eltern und schwieriger Kinder handelt“, sagte Weinberg der WELT AM SONNTAG. Vielmehr sei anzunehmen, dass es sich dabei um ein systembedingtes oder strukturelles Problem handeln könnte, so Weinberg.

Kinder und Jugendliche würden immer wieder erzählen, dass ihr Wunsch und ihr Wille bei den Entscheidungen, wo und wie sie leben wollen, missachtet werde. Viele Eltern fühlten sich in Familiengerichts- oder Jugendamtsverfahren gedemütigt und genötigt. „Jedes einzelne Fehlurteil, jedes einzelne unter Fehleinschätzungen leidende Kind ist unser Auftrag, das System zu überprüfen“, fordert Weinberg. Ein Tabuisieren, Wegschauen oder Verdrängen dürfe es nicht länger geben.

 Zahl der Inobhutnahmen rasant gestiegen

Tatsächlich steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die von den Jugendämternaus ihren Familien genommen werden, seit Jahren stetig. Ein großer Teil der 84.230 im vergangenen Jahr in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen waren zwar minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Aber selbst wenn man diese Gruppe herausrechnet, ist die Zahl der Inobhutnahmen rasant gestiegen – von 26.155 im Jahr 1996 auf 39.295 zehn Jahre später.

Es sei sorgfältig zu prüfen, ob dies an einer Zunahme von Erziehungsversagen und Überforderung von Eltern, an erhöhter Wachsamkeit der Behörden oder an einer Absenkung der Eingriffsschwelle liege, so Weinberg. Mit Blick auf die Auswirkungen auf die betroffenen Familien habe der kommende Bundestag die Pflicht, dies zu überprüfen.

 Ähnlich wie in der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs müsse Betroffenen und Insidern die Gelegenheit gegeben werden, ihre Erfahrungen aus ihrer Perspektive vertraulich zu schildern, damit unabhängige Experten sie auswerten können.

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Netzwerk BetroffenenForum e.V.
Detlev Zander Öffentlichkeitsarbeit

Missbrauchsbeauftragter bittet nächste Bundesregierung um stärkeres Engagement

Missbrauchsbeauftragter bittet nächste Bundesregierung um stärkeres Engagement im Kampf gegen Missbrauch und um Unterstützung von Betroffenen

Positionspapier des Unabhängigen Beauftragten ( UBSKM ) und seiner Gremien veröffentlicht

© UBSKM

26. Juni 2017: Heute haben der UBSKM , der bei ihm angesiedelte Beirat und der Betroffenenrat im Einvernehmen mit der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs ihr Positionspapier veröffentlicht, das in einer großen Gremiensitzung am 23. Mai 2017 einstimmig beschlossen wurde.

Die gemeinsamen Empfehlungen an Politik und Gesellschaft machen deutlich, dass in Deutschland noch sehr viel mehr als bisher getan werden muss, um Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen frei von sexueller Gewalt zu ermöglichen. Erreichtes der vergangenen Jahre wird gewürdigt. Gleichzeitig wird deutlich, dass befristete Minimallösungen bei Schutz, Hilfe, Forschung und Aufarbeitung nicht ausreichen.

Für die Zukunft ist eine viel stärkere und insbesondere dauerhafte politische und gesellschaftliche Verantwortungsübernahme notwendig. Nur so können bundesweit Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt in Einrichtungen und Organisationen implementiert, Gefahren digitaler Medien stärker entgegnet, Hilfen und Versorgung verbessert, juristische und behördliche Verfahren optimiert, Forschung und Lehre ausgebaut, sowie die unabhängige Aufarbeitung auch künftig sichergestellt werden.

Weitere Informationen

Empfehlungen an Politik und Gesellschaft zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt verabschiedet

Downloads

Positionspapier – Empfehlungen an Politik und Gesellschaft

 Download (PDF, 0.7 MB, nicht barrierefrei)

Opfer verlangen einen Kurs, und Personalwechsel im Aufklärungsprozess der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

 

 

 

Pressemitteilung

Opfer verlangen einen Kurs, und Personalwechsel im Aufklärungsprozess der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal

Plattling / Korntal. den 07.09.2017, im Aufklärungsprozess der Brüdergemeinde Korntal wurde bereits im April 2017 Andre Morgenstern-Einenkel aus Leipzig, ohne ihn der Öffentlichkeit, oder den Opfern vor zustellen von den Aufklärern Prof. Hafenecker und der ehemaligen Richtern Dr. Baums-Stammberger beauftragt! Wir sind über die Aufmachung von Andre Morgenstern-Einenkel auf seiner Homepage mehr als verwundert. Die Aufklärung im Missbrauchsskandal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal geht in eine völlig falsche Richtung, wieder einmal zeigt sich, dass über die Köpfe der Opfer entschieden wird.

Detlev Zander, Sprecher Netzwerk BetroffenenForum e.V. wir fordern die Brüdergemeinde Korntal auf, die Verträge aller Akteure im Missbrauchsskandal zu veröffentlichen. Sämtliche Protokolle der Auftragsgeber Gruppe, sowie bilaterale Gespräche mit allen Akteuren gilt es zu veröffentlichen. Auch müssen die Verträge, und die gesamt Kosten offengelegt werden.Transparenz, ist im Aufklärungsprozess unabdingbar. Wir erinnern daran, wie wir von den jetzigen Opfern, Wolfgang Schulz und andere die jetzt in der Auftragsgeber Gruppe sitzen,behandelt worden sind!

Sie haben diese Forderung laut und massiv gefordert! Selbst die Herren der Opferhilfe Peter Meincke, und Ludwig Pätzhold standen dieser Forderung nicht hinten an! Die Auftragsgeber Gruppe insbesondere Wolfgang Schulz, und der nicht betroffene Korntaler Bürger Ludwig Pätzhold kommen ihren eigenen Forderungen nicht nach. Die Informationspolitik sowie die Öffentlichkeitsarbeit, ist unter anderem von dem Diktat der Brüdergemeinde Korntal bestimmt, auf deren Homepage wird nur,spärlich über den Missbrauchsskandal berichtet.

 

Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Klaus
Andersen Quelle:BGK

Klaus Andersen, der Vorsteher der Brüdergemeinde Korntal hat in den Augen der Opfer völlig versagt. Nun muss er einen Kurswechsel einläuten,und von seinem Amt zurücktreten . Wird dies nicht geschehen, so sind die Opfer die eigentlichen Verlierer in diesem nicht unabhängigen Aufklärungsprozess. Die Gewinner sind die Aufklärer ,die ehemalige Richtern Dr. Baums-Stammberger, der Sozialwissenschaftler Prof.Hafenecker. Und die Moderatoren Rohr und Bautz, die fürstlich von der Brüdergemeinde Korntal entlohnt werden. Aber der Hauptgewinner wird die Brüdergemeinde Korntal sein!

Auf der Homepage von Andre Morgenstern-Einenkel ist zu lesen:

Seit April bin ich an der Aufklärung von Fällen polymorphen Missbrauchs in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal beteiligt. Das Aufklärer-Duo, bestehend aus dem bekannten Jugendforscher Prof. Hafeneger und der ehemaligen Richtern Dr. Baums-Stammberger, zog mich für die Auswertung von qualitativen Interviews hinzu. In den vergangenen Monaten berichteten SWR Aktuell, Report Mainz, Focus Online, Stuttgarter Nachrichten und viele weitere Medien über die Vorfälle und deren Untersuchung.

Die Erhebungsphase ist in vollem Gange und wird mindestens bis Frühling 2018 andauern. In dieser Zeit können sich Betroffene melden, um über die Vorfälle zu berichten. Die Interviews werden für die Beurteilung von Entschädigungsleistungen und einen abschließenden Untersuchungsbericht themenorientiert und typenbildend ausgewertet. Die Vergabekommission wird bereits während der Erhebungsphase mehrmals tagen, um über die Entschädigungen für die bis dahin ausgewerteten Fälle zu entscheiden. Einen Abschlussbericht der Aufklärung legen wir 2018 vor.

 

 

 

Aufklärungsprozess der Brüdergemeinde Korntal geht in eine völlig falsche Richtung

Der Wissenschaftler Benno Hafeneger war in Korntal. Foto: factum/Archiv
Der Wissenschaftler Benno Hafeneger war in Korntal. Foto: factum/Archi

Im Aufklärungsprozess der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal wurde  bereits im April 2017 Andre Morgenstern-Einenkel aus  Leipzig ohne ihn der Öffentlichkeit, oder den Opfern vor zustellen von den Aufklärern Prof. Hafenecker  und der ehemaligen Richtern Dr. Baums-Stammberger beauftragt! Wir sind über die Aufmachung von  Andre Morgenstern-Einenkel auf seiner Homepage mehr als verwundert! Die Aufklärung im Missbrauchsskandal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal geht in eine völlig falsche Richtung! 

Wir fordern die Evangelische Brüdergemeine Korntal auf, die Verträge aller Akteure im Missbrauchsskandal  zu veröffentlichen. Sämtliche Protokolle der Auftragsgeber Gruppe, oder bilaterale Gespräche mit allen Akteuren gilt es auch zu veröffentlichen.Transparenz, ist im Aufklärungsprozess unabdingbar. Wir erinnern daran, wie wir von den jetzigen Opfern, Wolfgang Schulz und andere die jetzt in der Auftragsgeber Gruppe sitzen,behandelt worden sind! Sie haben diese Forderung laut und massiv selbst gefordert! Selbst die Herren der Opferhilfe Korntal Peter Meincke, und Ludwig Pätzhold standen dieser Forderung nicht hinten an!  Die Auftragsgeber Gruppe  insbesondere Wolfgang Schulz, und der nicht betroffene Korntaler Bürger Ludwig Pätzhold  kommen ihren  eigenen Forderungen nicht nach!  Die Informationspolitik ist unter anderem von dem Diktat der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal  bestimmt! 

 

Klaus Andersen, der Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal hat in den Augen der Opfer völlig versagt!  Er muss jetzt einen Kurswechsel einläuten! Wird dies nicht geschehen, so sind die Opfer die eigentlichen Verlierer in diesem nicht unabhängigen Aufklärungsprozess.  Die Gewinner sind die Aufklärer ,die ehemalige Richtern Dr. Baums-Stammberger , und der Sozialwissenschaftler Prof. Hafenecker., die Moderatoren Rohr und Bautz, die fürstlich von der Brüdergemeinde Korntal entlohnt werden. Aber der Hauptgewinner wird die Evangelische Brüdergemeinde Korntal sein!

Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Klaus
Andersen Quelle:BGK

 

Auf der Homepage von  Andre Morgenstern-Einenkel ist zu lesen:

Seit April bin ich an der Aufklärung von Fällen polymorphen Missbrauchs in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal beteiligt. Das Aufklärer-Duo, bestehend aus dem bekannten Jugendforscher Prof. Hafeneger und der ehemaligen Richtern Dr. Baums-Stammberger, zog mich für die Auswertung von qualitativen Interviews hinzu. In den vergangenen Monaten berichteten SWR Aktuell, Report Mainz, Focus Online, Stuttgarter Nachrichten und viele weitere Medien über die Vorfälle und deren Untersuchung.

Cover: Screenshot, Google News, 10.04.2017: Korntal

 

Die Erhebungsphase ist in vollem Gange und wird mindestens bis Frühling 2018 andauern. In dieser Zeit können sich Betroffene melden, um über die Vorfälle zu berichten. Die Interviews werden für die Beurteilung von Entschädigungsleistungen und einen abschließenden Untersuchungsbericht themenorientiert und typenbildend ausgewertet. Die Vergabekommission wird bereits während der Erhebungsphase mehrmals tagen, um         über die Entschädigungen für die bis dahin ausgewerteten Fälle zu entscheiden. Einen Abschlussbericht der Aufklärung legen wir 2018 vor.

Missbrauchsskandal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, Aufklärung ein unerträglicher Zustand

Presseerklärung

Kinderheim Hoffmannhaus damals Quelle:Stuttgarter Zeitung
Missbrauchsskandal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, Aufklärung ein
unerträglicher Zustand
Plattling/Korntal den 05.09.2017,nach dem jüngsten Treffen der Auftragsgebergruppe vom
28.08.2017 in Stuttgart hält die Brüdergemeinde Korntal an ihrem Kurs fest, die Aufklärung in
ihrem Sinne im Schnelldurchgang zu beenden!
In einem längst überfälligem Informationsschreiben vom 04.09.2017 ist eindeutig zu Erkennen,
welche Ziele die Brüdergemeinde Korntal verfolgt, nämlich dieses leidige Thema schnell und leise
vom Tisch zu fegen! Diese Aufklärung findet nur an der Oberfläche statt, Informationen kommen
weder bei den Opfer noch in der Öffentlichkeit an!
Detlev Zander Sprecher des Vereins Netzwerk BetroffenenForum e.V., und selbst Betroffener
kritisiert schon seit Monaten die Konzeption von der Brüdergemeinde Korntal überwachten
Aufklärung!
Ich bin sprachlos, und entsetzt, über die neuerlichen Informationen.
Die Brüdergemeinde Korntal hat die Opfer in der Hand, sie spielt Schach, und setzt diese
schachmatt. Opfer die in der Auftragsgebergruppe sitzen erkennen dieses hinterhältige und falsche
Spiel der Brüdergemeinde Korntal nicht. Hier kann der Eindruck entstehen, dass diese Opfer an
dem Stockholm-Syndrom leiden.
Täter werden sich Opfern gegenüber oftmals wohlwollend verhalten, weil
sie die Opfer als Vermögenswerte ansehen oder um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Hieraus kann
eine emotionale Bindung und Dankbarkeit von Opfern gegenüber Tätern entstehen.
Die Frage stellt sich uns schon, ist diese Aufklärung der Brüdergemeinde Korntal seriös, und wird sie in erster
Linie den Opfern gerecht? Zander sagt eindeutig nein, denn wenn es die Brüdergemeinde Korntal ernst meint mit
ihrer Aufklärung, so würde sie ganz anders agieren. Es geht nicht an, dass die Brüdergemeinde Korntal in diesem
Prozess ihre Muskeln spielen lässt. Zeitdruck ,Oberflächlichkeit, erneuter Missbrauch an Opfern ist mit uns nicht
zu machen!
Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Klaus
Andersen Quelle:BGK

Klaus Andersen, der Vorsteher der Brüdergemeinde Korntal hat immer öffentlich verlauten lassen, er wolle, dass 

alles auf den Tisch kommt, Zander weiter dann muss Herr Andersen aber einen kleinen Tisch haben.
Denn, mit dieser Konzeption, und ihren Akteuren wir niemals alles auf den Tisch kommen! Die Brüdergemeinde  Korntal hat die Tür für immer mehr Trittbrettfahrer geöffnet! Wichtige Zeitzeugen werden bewusst erniedrigt, gedemütigt  und verletzt.

 Deren Duktus ihrer Misshandlungen finden sich in immer mehr in Aussagen von vermeintlichen
Opfern. Klaus Andersen schaut diesem Treiben unterdes zu, und sitzt die Situation einfach nur aus.
Zander weiter, die Aufklärer haben einen kapitalen Fehler gemacht! Unter den bekannten Voraussetzungen
hätten sie diesen Auftrag niemals annehmen dürfen. Nun haben sie die Aufklärung von hinten angefangen,
informieren in regelmäßigen Abständen die Brüdergemeinde Korntal. Von einer seriösen Aufklärung kann hier
schon lange nicht mehr die Rede sein! Eine neue wissenschaftliche Erkenntnis wird von uns nicht erwartet!
  Wir erwarten von Klaus Andersen, dass er endlich auf uns zukommt, und sein Versprechen einlöst, dass er mit
allen Vertretern der Opfer spricht. Dies ist bis heute nicht geschehen!
Das Verhalten der Brüdergemeinde Korntal ist eine Tiefe Verachtung, und eine erneute Verletzung allerOpfer, insbesondere aber gegen Detlev Zander der seit über drei Jahren den Missbrauchsskandal
öffentlich gemacht hat. Ohne Detlev Zander wird diese Aufklärung im Missbrauchsskandal der
Brüdergemeinde Korntal die schlechteste, die es in diesem Kontext in Deutschland gegeben hat!

Detlev Zander Bild Quelle Netzwerk Betroffenenforum e.V
Kontakt:
Detlev Zander
Sprecher Netzwerk BetroffenenForum e.V.
Telefon:
Büro: 0 99 31 / 90 79 650
Mobil: 0172 / 47 14 240
 
 
 

INFO über das Treffen von  Ludwig Pätzold Opferhilfe Korntal der Auftraggebergruppe vom 25.08.2017

re. Pätzhold von der Opferhilfe Korntal  
Auf der Tagesordnung standen der Bericht der Aufklärer und die Bildung einer Vergabekommission
für die Anerkennungsleistungen. Daneben wurden noch einige Fragen der Teilnehmer behandelt.
Frau Dr. Baums-Stammberger hat bis zum 25.8.2017 insgesamt 42 persönliche Gespräche mit
Betroffenen geführt. Entgegen anderslautender Behauptungen vom NetzwerkBetroffenenforum
fanden die Gespräche bis auf ganz wenige Ausnahmen in einer beiderseits vertrauensvollen
Atmosphäre statt. Ganz selten wurde nach dem Gespräch der dafür bereitstehende Psychologe
konsultiert. 36 weitere Gespräche sind bis Ende November terminiert, zum Teil auch an den
Wohnorten.
Zu den Gesprächen und ihrer Auswertung gehören eine Plausibilitätsprüfung und ein Abgleich mit
den Heimakten sowie eine juristische Einordnung der erlittenen Straftaten. Insgesamt ist die
Aktenlage gut und gut aufbereitet; es gibt aber auch Lücken in den Beständen (insb. Flattichhaus).
Die Aufzeichnungen der Interviews wurden anonymisiert und für die Auswertung mit einer
speziellen sozialwissenschaftlichen Software aufbereitet.
Prof. Dr. Hafeneger, der die Auswertung der beim Landeskirchlichen Archiv aufbewahrten Akten
übernommen hat, berichtet, dass für die Untersuchung der institutionellen Verantwortung die
Erhebungsphase in den Archiven zu rund 80 % abgeschlossen ist und die Auswertung bereits
begonnen hat. Der Zeitplan für die Vorlage eines Berichtes im Frühjahr 2018 kann nach heutigem
Stand eingehalten werden.
Zusätzlich zur Sichtung und Auswertung aller vorhandenen Akten, wurden 12 Interviews mit
ehemaligen Mitarbeitenden geführt und zwar quer durch die Funktionen (Leitung, Hauswirtschaft,
Betreuer, Zivildienstleistende…). Auch die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen werden in den
Bericht mit aufgenommen.
In einem zweiten Teil des Treffens stellten sich die von den Betroffenen für die Vergabekommission
vorgeschlagenen Persönlichkeiten vor. Deren Aufgabe ist es, in unabhängiger Entscheidung den
betroffenen ehemaligen Heimkindern, die einen Antrag gestellt haben, eine finanzielle
Anerkennung zuzusprechen, die die Evangelische Brüdergemeinde dann als freiwillige Leistung
auszahlen wird. Über die Höhe der Anerkennungsleistungen wurde noch nicht abschließend
beraten. Die Vertreter der Heimopfer fordern deutlich höhere Beträge als bislang angeboten.
Am 29.10.2017 von 15-18 Uhr wird ein weiteres Treffen ehemaliger
Heimkinder in Stuttgart stattfinden. Neben der Information über den aktuellen
Stand geht es auch um einen Meinungsaustausch, Lob und Kritik, mit den
Mitgliedern der Auftraggebergruppe.
Wir wünschen uns, dass alle Heimopfer, die noch abseits stehen, sich an dem
Prozess beteiligen. Das Verfahren wird erst abgeschlossen, wenn alle, die sich
gemeldet haben, interviewt worden sind.Die Behauptung, dass die
Anerkennungsleistung „in Form eines Gutscheins“ geleistet werden soll, ist eine 

böswillige Falschmeldung. Jeder bekommt die Anerkennungsleistung auf sein
Konto überwiesen.
Dr. Ludwig Pätzold
 
Ergänzung: Wieso das wieder aufgetauchte NetzwerkBetroffenenforum auf seiner
Internet-Seite gezielte Falschinformation betreibt, bleibt misteriös. Die Betreiber
dieser Seite sind nach unserer Kenntnis selbst Betroffene und schaden ja damit Ihren
Leidensgenossen und auch sich selbst. Was für einen Sinn macht es denn, zum
Verzicht auf eine Anerkennungsleistung aufzurufen? Damit würde letztlich die
Brüdergemeinde entlastet.
Wer steckt denn letztlich hinter diesem Netzwerk BetroffenenForum? Wer finanziert
diese Seite? Geben die Betreiber sich fälschlich als Betroffene aus?
Sehr geehrte ehemalige Korntaler Heimkinder, bitte fallen Sie nicht auf die
Falschinformationen des Netzwerk BetroffenenForum herein.

Warum es in evangelischen Kinderheimen der Fünfzigerjahre zu Übergriffen kam  

“Judasnaturen und verwahrloste Labile”

Warum es in evangelischen Kinderheimen der Fünfzigerjahre zu Übergriffen kam

 
Uwe Kaminsky

Hundertausende Kinder lebten in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in kirchlichen Kinderheimen. Viele von ihnen litten unter Missbrauch und Gewalt. Gab es spezifische evangelische Erziehungsmuster, die das begünstigten? Unter anderem danach fragt ein von beiden Kirchen unterstütztes Forschungsprojekt an der Ruhr-Universität Bochum, das nun eine umfassende Studie vorgelegt hat. Der Historiker Uwe Kaminsky, einer der Autoren, beschreibt die Ergebnisse.

Im Waschraum eines westdeutschen Kinderheimes um 1960. Viele Einrichtungen litten unter ungenügender materieller Ausstattung und dem schlechten Zustand der Gebäude. Foto: Diakonisches Werk der EKD

Im Waschraum eines westdeutschen Kinderheimes um 1960. Viele Einrichtungen litten unter ungenügender materieller Ausstattung und dem schlechten Zustand der Gebäude. Foto: Diakonisches Werk der EKD
 
 

Als Franz Josef Strauß am 9. Mai 1949, einen Tag nach der Verabschiedung des Grundgesetzes durch den Parlamentarischen Rat, die “Tierhaltermethoden” im evangelischen Erziehungsheim Faßoldshof in Franken angriff, warf dies ein Schlaglicht auf die dortigen problematischen Erziehungsvorstellungen. Strauß, der spätere Bundesverteidigungsminister, war zu diesem Zeitpunkt Oberregierungsrat im bayerischen Landesjugendamt. Er verteidigte das elterliche Züchtigungsrecht, das er auch dem Anstaltsleiter zugestand. Dieses solle “aber innerhalb der Grenzen gehandhabt werden, die von liebenden Eltern gegenüber ihren Kindern eingehalten werden, wobei weniger der Gedanke der Strafe, als der Gedanke der Erziehung und Besserung im Vordergrund zu stehen” habe.

Im vorliegenden Fall hatte der Anstaltsleiter Kinder mit einer Lederpeitsche auf das nackte Gesäß gezüchtigt. Widerspenstige Mädchen hatten so genannte “Kaltwasserpackungen” erhalten, zudem wurden ihnen die Haare geschoren. Der Anstaltsleiter, der Arzt und die leitende Schwester wurden nun zum Rücktritt gedrängt. Das Erziehungsheim benannte sich 1950 programmatisch in “Jugendheimstätte” um, damit die Kinder und Jugendlichen “nicht mit dem Makel der sogenannten Zwangserziehung überlebter Zeiten” belastet würden.

Fonds gegründet

Die in diesem Beispiel angedeutete Skandalgeschichte der Erziehungsfürsorge in der Bundesrepublik ist keineswegs auf Heime in Bayern oder nur auf evangelische oder katholische Heime begrenzt. Sie betrifft rund 800.000 zwischen 1949 und 1975 in Ersatzerziehung befindliche Kinder und Jugendliche, von denen allerdings über 70 Prozent in konfessionellen Heimen untergebracht waren. Bei den verfügbaren Plätzen ergab sich eine Relation von etwa 65 Prozent in katholischen und rund 35 Prozent in evangelischen Heimen.

In den vergangenen Jahren hat eine Vielzahl ehemaliger Heimkinder über die problematischen Verhältnisse sowie über Gewalt, Demütigung und sexuellen Missbrauch berichtet. Der Petitionsausschuss des Bundestages und ein eigens einberufener “Runder Tisch Heimerziehung” haben sich mit den Anklagen und Forderungen der ehemaligen Heimkinder nach einer Anerkennung ihres Leides, einer Entschädigung und einer Rente für nicht sozialversicherte Arbeitsleistungen in den Heimen befasst. Die Empfehlungen des “Runden Tisches” zum Umgang mit dem Leid der Betroffenen führten zur Gründung eines 120 Millionen Euro umfassenden Fonds, aus dem individuelle Hilfen und Rentenersatzleistungen bezahlt werden sollen. Ein Netz von Beratungsstellen in den Regionen soll helfen, individuelle Heimschicksale aufzunehmen und nötige Anträge zu stellen. Der Bund, die Länder und die Kirchen mit ihren Wohlfahrtsverbänden tragen zu je einem Drittel die Lasten. Ein weiterer Fonds für Betroffene aus Heimen in der ehemaligen DDR in Höhe von 40 Millionen Euro ist geplant.

Doch was waren die Ursachen der demütigenden Behandlung, die viele Heimkinder bis Mitte der Siebzigerjahre erfuhren? Gab es eine spezifische kirchliche, ja evangelische Form der Heimerziehung, die solche Zustände begünstigt oder zumindest nicht verhindert hat? 
Diesen Fragen hat sich ein Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum zugewandt, das neben Aktenüberlieferung auch lebensgeschichtliche Interviews mit Betroffenen auswertete. Diese trugen in besonderer Weise dazu bei, den schriftlich oftmals unzureichend festgehaltenen Heimalltag und die biographische Verarbeitung der Erfahrungen durch die Betroffenen zu erhellen.

Möglichst billig

Der hohe Anteil konfessioneller Heime entsprach der historischen Entwicklung der Jugendfürsorge in Deutschland. Konfessionelle Träger waren billiger als staatliche, was auf evangelischer Seite wesentlich mit den meist nur mit einem Taschengeld bezahlten Diakonissen und angehenden Diakonen zu tun hatte, die vielerorts in den Einrichtungen wirkten. Im eingangs erwähnten Faßoldshof waren in den Fünfzigerjahren besonders viele junge Diakonen-Anwärter eingesetzt, von denen einer 1960 sogar eine Schreckschusspistole bei sich trug, weil er Angst vor den Jugendlichen hatte. Ein Sondertarifvertrag in der damaligen Inneren Mission (heute: Diakonie) verstärkte den Trend, möglichst billige Arbeitskräfte einzusetzen.

Weiterhin ließ die bis in die Sechzigerjahre ungenügende materielle Ausstattung der Heime wenige Spielräume für eine geforderte Differenzierung der Kinder und Jugendlichen. Die Einrichtungen finanzierten sich über den staatlich gewährten Pflegesatz und wiesen wegen der Kriegsfolgen oft einen großen Nachholbedarf bei Räumlichkeiten und Ausstattung auf. Es gibt jedoch auch Hinweise, dass Heime aus einer Konkurrenzsituation heraus bewusst einen niedrigen Pflegesatz anboten, um die Kostenträger zu einer möglichst guten Belegung der Einrichtung zu bewegen. Solche niedrigen Pflegesätze ließen sich außer mit einfachster Wirtschaftsführung nur durch die Mitarbeit der Minderjährigen in den heimeigenen Ökonomien und Betrieben sowie die vergleichsweise geringen Aufwendungen für das Personal aus religiösen Gemeinschaften erreichen. Insgesamt herrschte im Bereich der Erziehung ein Personalmangel, der immer weniger von religiösen Gemeinschaften auszugleichen war.

Autoritäre Mentalität

Qualifizierungsdefizite prägten das Feld, und die Professionalisierung durch die immer mehr Einzug haltenden Humanwissenschaften ging nur schleichend voran.

Doch die ungünstigen äußeren Bedingungen erklären nur zum Teil einen Alltag voller Demütigungen und Entrechtung im Heim. Die autoritäre Mentalität der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft, in der Schläge in der Erziehung zumindest in Maßen allgemein akzeptiert wurden, trug einiges zum traurigen Los der Heimkinder bei. Auch religiös überhöhte Erziehungsvorstellungen, die den strafenden Gott betonten und von manchen Erziehenden zur Autoritätsverstärkung missbraucht wurden, spielten eine Rolle. Wörtliche, unhistorische Bibelauslegungen wie “Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten” (Sprüche 13, 24) oder “Laß nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er sein Leben behalten; du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode” (Sprüche 23, 13-14) und “Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er” (Hebräer 12, 6) dienten zur Rechtfertigung.

Ein klassischer Vertreter des evangelischen heimpädagogischen Praxiswissens war der Leiter des Erziehungsheims Oberbieber, der Theologe Gerhard Fangmeier (1900-1985). Er schöpfte aus einem offensiv vertretenen Praxisbezug, den er in seine Ausführungen immer wieder einfließen ließ. Fangmeier schrieb im seit 1952 erscheinenden “Handbuch der Heimerziehung” den Artikel “Die Seelsorge für Kinder und Jugendliche, insbesondere für die männliche Heimjugend”. Er unterteilte die ihm im Heim Oberbieber anvertrauten Kinder und Jugendlichen anhand einer wertenden Charakterpsychologie. In einem Vortrag über “Jugendkriminalität aus der Sicht des Theologen” zählte Fangmeier 1965 drei Typen von jugendlichen Delinquenten auf, die er mit biblischen Gleichnisgeschichten umschrieb: den “Labilen”, den “Verhärteten” und den aus “sexueller Triebhaftigkeit” Abweichenden.

“Zur Demut bringen”

Der “Labile” als wurzelloser Mensch ohne Ausdauer und Stetigkeit, der im Heim zum Weglaufen tendiere, wurde nach seiner Sicht im biblischen Gleichnis vom verlorenen Sohn beschrieben. Hier plädierte er nicht für Strenge, sondern für die “liebevoll geöffneten Arme des Vaters”, die eine Verhaltensänderung herbeiführen würden. Allerdings gebe es zur Heimpraxis hier auch eine Bruchstelle, denn man dürfe die Jugendlichen nicht einfach ziehen lassen. Die “Verhärteten” mit den Merkmalen “Egoismus”, “Enttäuschtheit” und “Zynismus” wurden von ihm als “Judasnaturen” bezeichnet. Dieser Typus müsse, anders als die zuvor beschriebenen “verwahrlosten Labilen”, nicht hinaufgezogen werden, sondern im Gegenteil aus seiner “vermessenen hoffärtigen Haltung, aus seinem Herrenmenschentum heruntergedrückt werden und zur Demut gebracht werden”. Die Erzeugung von “Herzensdemut” sollte durch das Vorbild von Menschen mit “innerer Hoheit”, mit “klarer und gutherziger Seele” erfolgen, die er zum Beispiel in einer älteren Schwester erkannte, die mehr als zwanzig Jahre in Oberbieber gearbeitet hatte.

Eine dritte Ursache “jugendlicher Verfehlungen” erkannte Fangmeier schließlich in der “ungezügelten Sexualität”, welche durch “den weitgehenden Sittenverfall allerdings nicht groß auffällig” würde. Hier sah er eine Ursache von “Sünden-, Schuld- und Angstgefühl, das bis zur Verzweifelung gehen kann”. Er betrachtete dies als die in der Bibel beschriebene “Urangst”, welche aus dem Verstoß gegen “Gottes Schöpfungsordnung” resultiere. Jugendliche Sexualität erhielt darin die Zuschreibung von “Mißbrauch mit dem Bewußtsein des Frevels”.

Das Credo des Theologen verschob dabei pädagogische, psychologische und heilerzieherische Fragen in eine Glaubensdimension. So sehr sich Fangmeier dabei des Beifalls der zeitgenössisch nach einem evangelischen Profil der Heimerziehung suchenden Praktiker sicher sein konnte, denen er dieses auf Fortbildungsveranstaltungen vortrug oder in den “Fortbildungsbriefen” des Evangelischen Erziehungsverbandes näher brachte, so wenig konkret waren seine Ratschläge. Trotz aller psychologischen und psychotherapeutischen Erkenntnisse, mit denen Fangmeier in Verbindung kam und die er offenbar auch anwendete, blieb für ihn die schon erwähnte Charakterologie entscheidend. Dabei kombinierte sich eine phänomenologische Typenbildung aus dem eigenen Erfahrungswissen mit einer wertenden Charakterbeschreibung der Kinder und Jugendlichen.

“Totale Institution”

Entscheidend blieben für die evangelischen und die anderen Erziehungsheime die vom Soziologen Erving Goffman als typisch herausgestellten Merkmale einer “totalen Institution”, wie ein auf das Heim begrenztes soziales Milieu, die Abhängigkeit der Zöglinge vom Personal, der eingeschränkte Kontakt zur Außenwelt, der Mangel an psychischer und physischer Integrität sowie insbesondere die Anpassung an reibungslose Abläufe der Institution. Dies wurde durch die spezifisch theologische und religionspädagogische Argumentation der Fünfzigerjahre gestützt und bestenfalls in Ansätzen hinterfragt. So vom Leiter des bayerischen Evangelischen Erziehungsverbandes, Ernst Nägelsbach, der 1950 zwar das “Strafamt” des Erziehers verteidigte, doch auf Comenius verwies, der einen Erzieher, der schlage, mit einem Musiker verglichen habe, der sein ungestimmtes Instrument mit Fäusten bearbeite. Die bisherigen Erkenntnisse über evangelische Erziehungsleitbilder markieren erst seit dem Beginn der Sechzigerjahre einen Wandel in den theologischen und religionspädagogischen Konzeptionen von der “Zucht” zur “Selbstverwirklichung”.

Wenige Veränderungen drangen bis Mitte der Sechzigerjahre in die Praxis der Heimerziehung ein, wie sich an den problematischen Themen der Strafen, der unzureichenden Schulausbildung der Heimkinder, der verengten Berufsausbildungen (besonders bei Mädchen), der mangelhaften Sozialversicherung im Heim und der bis Ende der Sechzigerjahre stark reglementierten Freizeit zeigte.

Die Heimkampagnen der Außerparlamentarischen Opposition seit 1969 kritisierten gerade diese Defizite der Heimerziehung. Dies nutzten die Reformer im evangelischen Feld, um sich zumindest programmatisch durchzusetzen. Die Denkschrift des Evangelischen Erziehungsverbandes von 1970 “Zur Lage der Heimerziehung” markierte eine solche “umfassende Neudurchdenkung und Neugestaltung der Arbeit”. Die Erziehung “unter dem Gesetz” wurde durch den Anspruch auf eine Erziehung “unter dem Evangelium” abgelöst, also die Orientierung an Gehorsam und Disziplinierung sowie einer zum Teil rigiden Strafpädagogik durch eine therapeutische Intervention im Sinne heilender Hilfen zur Persönlichkeitsbildung ersetzt. Auf diese Weise wurde auch die religiöse Erziehung von Zwangskomponenten befreit und als freies Angebot religiöser Lebensdeutung verstanden. Bis sich dieser Wandel allerdings auch in der Praxis evangelischer Heimerziehung durchsetzte, dauerte es vielerorts bis in die Achtzigerjahre. Noch 1978 war in einem Heim in Hannover das versteckte Untermischen von sedierenden Medikamenten in die Nahrung erziehungsschwieriger Jugendlicher nachweisbar. 

 

Detlev Zander vor dem Kinderheim Hoffmannhaus der Brüdergemeinde Korntal

Wir sehen  hier durchaus Parallelen in der Heimerziehung der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal 

Früchte des Teufelswerk wurden wir immer genannt. Religiöse Gewalt verbal, und körperlich waren an der Tagesordnung.  Wir Heimkinder wurden bewusst von der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal diskriminiert, und ausgegrenzt. So mussten beispielsweise die Heimkinder immer den hinteren Eingang des Betsaales der Brüdergemeinde Korntal benutzen, auch gab es nur auf der hintersten Bank im Betsaal für die Heimkinder Platz!

Dr.h.c. Fritz Grünzweig  Quelle:Google

Der damalige Pfarrer Dr. h.c. Fritz Grünzweig war ein sehr strenger, und in jeder Form gewalttätiger Pfarrer. Er verbreitete unter den Heimkindern Angst und Schrecken, seine Predigten deren Duktus nur vom Krieg, und Verdammnis geprägt waren, darunter leiden noch bis heute ehemalige Heimkinder.  

Das heutige Verhalten der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal gegenüber seinen Opfern hat sich nicht verändert, sie ist eine tiefe Verachtung aller Opfer im Missbrauchsskandal.  Wir bremsen die  Euphorie , wir haben es in der Hand, und nicht die Evangelische Brüdergemeinde Korntal, die sich nun in diesem ganzem Prozess als Opfer darstellt!

Wir werden jetzt alle Täter und Mitwisser, sowie die Verantwortlichen namentlich benennen, und ihre Taten unzensiert veröffentlichen!   Die Öffentlichkeit muss endlich erfahren was uns in der  in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal widerfahren ist, und welche gravierende Folgen es bist heute für die Opfer hat!  

Betsaal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal
Quelle:Google