Aufklärung Sexueller Missbrauch Brüdergemeinde Korntal

Stellungnahme Ev. Brüdergemeinde und Diakonie zu Aufarbeitung und Aufklärungsbericht

Die Verantwortlichen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal und ihrer Diakonie haben rund drei Monate nach Veröffentlichung des Aufklärungsberichts über Missbrauchsfälle in ihren Kinderheimen in Korntal und Wilhelmsdorf am 7. Juni 2018 formuliert, was ihnen in Bezug auf den Aufarbeitungsprozess, den Aufklärungsbericht, bisherige Reaktionen und künftige Schritte zum jetzigen Zeitpunkt wichtig ist:

„Wir unterstreichen unser tiefes Bedauern über das, was damals geschehen ist, und bitten die Betroffenen aufrichtig um Vergebung für alle Verletzungen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den im Aufklärungsbericht vorgelegten Ergebnissen sind wir als Gemeinde und als Diakonie aufmerksamer und sensibler für Missbrauch in all seinen unterschiedlichen Formen geworden. Wir wollen alles dafür tun, dass Ähnliches nicht noch einmal unter uns geschieht und dass unsere Einrichtungen sichere Orte sind und bleiben, an denen Menschen Hilfe und Hoffnung zu einem gelingenden Leben finden.“

Die Leitet Herunterladen der Datei eingesamte Stellungnahme finden Sie hier.

Brüdergemeinde Korntal sexueller Missbrauch

Aus Anlass der Missbrauchsstudie in den USA

Opfer von sexuellem Missbrauch wollen mehr Hilfe von Kirchen

„Schöne Worte wie 'Scham und Trauer' oder päpstliche Briefe helfen nicht“, heißt es wörtlich in dem Schreiben der Opfer-Iniativen; es müssten „endlich Taten folgen“.  Foto: Michael Bönte

„Schöne Worte wie ‘Scham und Trauer’ oder päpstliche Briefe helfen nicht“, heißt es wörtlich in dem Schreiben der Opfer-Iniativen; es müssten „endlich Taten folgen“. Foto: Michael Bönte

Opfer von sexueller Gewalt durch Kirchenvertreter wollen mehr Unterstützung vonseiten der Kirchen. In einem am Montag veröffentlichten „offenen Brief an Kirchengemeinden, die von sexuellem Missbrauch durch Priester oder Mitarbeiter betroffen sind“ fordern verschiedene Initiativen unter anderem eine öffentlich zugängliche Dokumentation der Missbrauchsfälle. „Schöne Worte wie ‘Scham und Trauer’ oder päpstliche Briefe helfen nicht“, heißt es wörtlich; es müssten „endlich Taten folgen“.

Weiter sprechen sich die Initiativen für unabhängige Missbrauchs-Kommissionen aus, die nach einheitlichen Standards arbeiten. Darüber hinaus müsse es „angemessene Entschädigungen“ geben und den „ehrlichen Willen“ zur Aufklärung der Taten und zur Unterstützung der Betroffenen.

Deutsche Bischofskonferenz stellt Ergebnisse Ende September vor

Als aktuellen Anlass nennt das Schreiben den Bericht einer staatlichen Jury über Missbrauch in Bistümern des US-Bundesstaates Pennsylvania im August. Unter anderem als Reaktion darauf hatte der Papst einen Brief an die Katholiken weltweit gerichtet, in dem er kirchliche Versäumnisse bei der Ahndung sexueller Vergehen an Minderjährigen beklagt und sich für „Null Toleranz“ ausspricht. Die Deutsche Bischofskonferenz wird die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche bei ihrer Herbstvollversammlung in Fulda Ende September vorstellen.

Zu den Unterzeichnern des Briefs gehören unter anderem der „Eckige Tisch“, Initiativen wie „Ehemalige Johanneum Homburg“, „Missbrauch in der Brüdergemeinde Korntal“, „Domspatzen“, „Missbrauch in Ahrensburg“ sowie einzelne Betroffene aus den Bistümern Freiburg, Trier und Rottenburg-Stuttgart.