Sieben Jahre Missbrauchsskandal in der evangelikalen Brüdergemeinde Korntal

Bild: Quelle privat
Kinderheim Hoffmannhaus der Brüdergemeinde Korntal

Sieben Jahre Missbrauchsskandal in der evangelikalen Brüdergemeinde Korntal.Ein Resümee von Detlev Zander. Zander hat den Missbrauchsskandal in der evangelikalen Brüdergemeinde Korntal 2013 öffentlich gemacht. Seither kämpft er um Aufklärung und einer angemessenen Entschädigung für die Opfer in der Brüdergemeinde Korntal, und der evangelische Kirche Deutschland.(EKD)

Als Betroffener und Sprecher „Missbrauch in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal“ finde ich von Anfang an keine Worte für diese verschleiernde, arrogante Sprache der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal.

Klaus Andersen, (Weltlicher Vorsteher), (Jochen Hägele Geistiger Vorsteher), und Veit-Michael Glatzle (Geschäftsführer Diakonie), bedauern erneut was damals in den Einrichtungen der Brüdergemeinde Korntal geschehen ist.

Nur damals…? Es geschieht in dem Moment erneut, wo sie Bedauern heucheln. Denn wer aufrichtig bittet, bittet im Dünkel. Vor allem bei Abbitten sollte man sein Knie beugen und das Haupt senken.
Ein Kern dieser Stellungnahme der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist, dass sie ihre Verantwortung auf die Opfer und Betroffenen verschieben. Ich spreche hier bewusst von einer Schuldumkehr, der oft in der Missbrauchskultur wieder zu finden ist. Erst wird eine positiv-negativ Bewertung über die Aufklärung (welche gar keine ist) gestartet, wobei direkt zu Beginn gemaßregelt wird. Einige Opfer, die der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal gut gesonnen sind, runden das Bild mit Lobhudelei ab. Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal vergisst bis kurz vor Schluss in ihrer Stellungnahme, dass in ihren Einrichtungen Kinder vergewaltigt worden sind. Sie benutzen den Begriff „sprachfähig bleiben und weiter zu diskutieren“. Dabei verschweigt sie der Öffentlichkeit, dass sie Ihre Diskutanten, insbesondere mit Hilfe und Unterstützung der Moderatorin Prof.Dr. Rohr wohlwollend ausgesucht hatte. Kritiker wurden verraten, und es wurden menschenverachtende Kampanien gegen die Kritiker gestartet. Problematisch im Missbrauchsskandal der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist, und darauf habe ich immer in aller Deutlichkeit hingewiesen, dass hier Täter aufarbeiten wollen, was sie selbst, respektive ihre Institution. Auch wenn dazu Aufträge an externe ModeratorenIn, und AufklärerIn vergeben werden, bleibt die Täterinstitution leitend, weisungsberechtigt und letztlich auch redaktionell eingebunden. Es ist in etwa so, als würde man einem Vater, der seine Kinder missbrauchte, die Aufarbeitung seiner Schandtat überlassen. 

Zitat Brüdergemeinde Korntal: „Das große Ausmaß an Gewalt in seinen unterschiedlichen Formen hätten wir so nicht erwartet. Darüber sowie über die Anzahl an Täterinnen und Täter, die durch den Aufklärungsbericht aufgedeckt wurden, sind wir tief erschüttert.“

Hätten nicht erwartet? Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal hat gar nichts erwartet, weil sie in ihrer Selbstgerechtigkeit blind gegenüber dem Schaden gewesen war und ist, den ihr sexueller Missbrauch hatte, und sie sind heute noch blind gegenüber diesem Schaden, sonst würde sie erkennen, dass sie durch ihr Verbrechen Biografien zerstört und Menschen in ein prekäres Leben gedrängt haben. Darum darf die Evangelische Brüdergemeinde Korntal nicht glauben, sie wären keine Täter, nur weil sie einer anderen Generation angehört. Indem sie den Aufarbeitungsprozess solange verhindert hat, und jetzt im Schnellwaschgang den Prozess beenden will, hat sie sich zu ihrer Institution bekannt, und gegen die Opfer/Betroffene ihrer Verbrechen gestellt. Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal hat sich mit den einstigen Täterinnen und Täter solidarisiert. Sie ist nicht erschüttert, weil sie nicht einmal erschrocken sind. Das Ausmaß der sexuellen Gewalt hätte sie schon vorher überschauen können, wenn sie hingesehen und die Verbrechen nicht stillschweigend geduldet hätte.

Zitat Brüdergemeinde Korntal: „Dabei leitet uns das biblische Menschenbild, nach dem jeder Mensch ein unverwechselbares, wertvolles und von Gott geliebtes Geschöpf ist. Grundlegend für unseren Glauben und unser Handeln ist die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen.“

Wär die Evangelische Brüdergemeinde Korntal Menschenfreunde, die sie vorgibt zu sein, hätte sie die Opfer/Betroffenen ausreichend entschädigt und nicht geknausert. Sie ist wie ein Freier der um den Hurenlohn feilscht. In ihrer Gemeinde wurden Kinder vergewaltigt, wenn auch die jetzigen Verantwortlichen Klaus Andersen, Pfarrer Jochen Hägele, und der Geschäftsführer Veit-Michael Glatzle damals keine Verantwortung inne hatten, so tragen sie heute Verantwortung. Sie feilschen um Almosen, und schauen erneut weg, wenn Opfer/Betroffene erneut verletzt und gedemütigt werden. Das ist die Erbärmlichkeit der Erbarmungslosen. Anständig wäre gewesen, wenn sie den Opfern/ Betroffenen eine angemessene Rente gewährt hätten, mit der sie weitere Psychotherapiekosten bezahlen könnten. Denn die meisten werden lebenslang psychotherapeutische Begleitung brauchen. Anständig wäre auch, dass die Evangelische Brüdergemeinde Korntal die Opfer/ Betroffenen die  Zwangsarbeit erleiden musste entschädigt. Zum Anstand gehört auch, dass Opfer/ Betroffene die von Tätern vergewaltigt wurden, dessen Namen den damaligen Verantwortlichen bekannt war ebenfalls zu entschädigen. Denn diese Vergewaltigungen hätten verhindert werden können, wenn nicht weggeschaut worden wäre.

Zitat Evangelische Brüdergemeinde Korntal. „Durch den Austausch mit verschiedenen Dialoggruppen und mit anderen betroffenen Organisationen wollen wir als aufarbeitende Institution dazu beitragen, dass Standards für Aufarbeitungsprozesse entwickelt werden. Ziel sollte sein, die Kooperationen von Aufklärern, Betroffenen und aufarbeitende Institutionen zu stärken, gemeinsame Erfahrungen für andere nutzbar zu machen und sie konstruktiv in die Diskussion einzubringen.“

Es klingt so, als wolle die Evangelische Brüdergemeinde Korntal auf Werbetour gehen. Dabei verschweigt sie aber, dass in ihrem Aufklärungsprozess nicht einmal die Mindeststandards eingehalten wurden. Täterorganisationen haben nichts im Aufarbeitungsprozesse zu suchen. Sie sind Täter. Die Zusammenarbeit der Opfer/Betroffenen mit der Täterorganisation zu erzwingen ist fortgesetzter Missbrauch. Dies hat der Aufklärungsprozess in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal in den letzten vier Jahren deutlich gezeigt. Woher die Evangelische Brüdergemeinde Korntal die Hybris nimmt zu wissen, was den Opfern/Betroffenen hilft, wo sie nicht einmal ahnt, was sie in ihnen zerstört hat, bleibt ihr Geheimnis. Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal wollte nur ihrem schäbigen Maßstab materieller Entschädigungen durchsetzen. Der Aufklärungsprozess war nicht kooperativ und kann und darf niemals kooperativ sein. Opfer/Betroffenen können mit einer Täterorganisation niemals kooperieren, sie bleiben ihnen stets unterworfen. Das ist das Prinzip aller Täterkontakte. Die durch jahrelangen sexuellen Missbrauch konditionierte Duldsamkeit, Unterwerfunghaltung, Furcht und Scheu werden wieder belebt. Der Missbrauch setzt sich fort, das ist wirkende Retraumatisierung. Dies hat der Aufklärungsprozess in der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal deutlich gezeigt. Einige Opfer /Betroffene sind zum Teil schwer reraumatisiert, und befinden sich in Psychotherapeutischer Behandlung.

Es bleibt dabei, angesichts der Entschuldigungserklärungen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal die wir immer wieder hören werden: Diese sind solange unglaubwürdig, bis die Evangelische Brüdergemeinde Korntal sich zu einer umfassende Aufklärung und Aufarbeitung und damit verbunden der Zahlung angemessenen Entschädigungen für das Versagen ihrer Institution bereiterklärt. Der Aufklärungsbericht muss evaluiert werden. Eine Untersuchungskommission, die ich hier ausdrücklich fordere muss eingesetzt werden, um die letzten vier Jahre im Aufklärungsprozess der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal zu untersuchen. 

Detlev Zander