Aufarbeitung in Deutschland Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Aufarbeitung in Deutschland

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

© UBSKMv.l.n.r.: Prof. Dr. Jens Brachmann, Dr. Christine Bergmann, Brigitte Tilmann, Prof. Dr. Sabine Andresen (Vorsitzende der Kommission), Prof. Dr. Peer Briken, Prof. Dr. Barbara Kavemann, Prof. Dr. Heiner Keupp

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht Missbrauch in Institutionen und im familiären Kontext in Deutschland. Sie soll Strukturen aufdecken, die sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in der Vergangenheit ermöglicht und Aufarbeitung verhindert haben. Im Zentrum der Arbeit stehen bundesweite Anhörungen von Betroffenen. Die ersten vertraulichen Anhörungen fanden im September 2016 statt.

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Der Weg zur Unabhängigen Aufarbeitung

Der Deutsche Bundestag begrüßte mit Beschluss vom 02. Juli 2015 die Absicht des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs eine Unabhängige Aufarbeitungskommission einzurichten. Am 26. Januar 2016 wurden die sieben Mitglieder der Kommission vom Beauftragten berufen.

Die Einrichtung einer Kommission war seit Jahren eine zentrale Forderung von Betroffenen.
Konkrete Vorschläge dafür wurden bereits im Jahr 2013 auf dem öffentlichen Hearing Unabhängige Aufarbeitung diskutiert. Ein Forderungskatalog legte wesentliche Eckpunkte einer Aufarbeitungskommission dar. Beim Fachgespräch zur unabhängigen Aufarbeitung am 26. Januar 2015 diskutierten Expertinnen und Experten, die bereits praktische Erfahrungen bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gesammelt hatten, den Vorschlag des Unabhängigen Beauftragten zu einer Unabhängigen Aufarbeitungskommission. Am 30. Januar 2015 sprachen sich die Abgeordneten in einer ersten Plenumsdebatte fraktionsübergreifend für die Einrichtung einer Unabhängigen Kommission zur systematischen Aufarbeitung aus.

Bereits veröffentlichte Aufarbeitungsberichte und Dokumentationen

Eine Literaturliste mit den seit 2010 veröffentlichten Aufarbeitungsberichten verschiedener Institutionen und Kommissionen gibt eine Übersicht über den Stand der Aufarbeitung in Deutschland.

Laufende Aufarbeitungsprojekte einzelner Organisationen in Deutschland

Immer mehr Organisationen beauftragen unabhängige Forschungsinstitute oder Kommissionen zur Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Die zurzeit laufenden Aufarbeitungsprojekte sind in einer Listeaufgezählt.

 

Was machen wir?

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs untersucht sämtliche Formen von sexuellem Kindesmissbrauch in Deutschland. Darunter fällt zum Beispiel Missbrauch in Institutionen, in Familien, im sozialen Umfeld, durch Fremdtäter oder im Rahmen von organisierter sexueller Ausbeutung.

Die Kommission soll Strukturen aufdecken, die sexuelle Gewalt in der Kindheit und Jugend ermöglicht haben und herausfinden, warum Aufarbeitung in der Vergangenheit verhindert wurde. Dabei wird die Kommission vor allem Menschen anhören, die in ihrer Kindheit von sexuellem Missbrauch betroffen waren und somit die Möglichkeit schaffen, auch verjährtes Unrecht mitzuteilen.

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Aktuelle Meldungen

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Vertrauliche Anhörungen: Vorerst keine Anmeldungen – Vormerkungen ab sofort für 2019 möglich

Berlin, 12. Juni 2017. Die Kommission kann aktuell leider keine weiteren Anmeldungen für vertrauliche Anhörungen annehmen. Alle Personen, die Interesse an einer vertraulichen Anhörung haben, können sich aber für einen Termin im Jahr 2019 vormerken lassen.

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Ihre Geschichte ist wichtig

Wir möchten Sie ermutigen, uns von Ihren Erfahrungen zu berichten. Sie können mit Ihrer Geschichte dazu beitragen, dass sich etwas in unserer Gesellschaft verändert. Mit Ihrer Hilfe wollen wir Tatsachen offenlegen und dadurch erkennen, welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden. Wir wollen herausfinden, was Politik und Gesellschaft verändern müssen, damit Kinder in Zukunft besser vor Missbrauch geschützt sind. Melden Sie sich, wenn Sie in Ihrer Kindheit von Missbrauch betroffen waren oder als Zeitzeugin und Zeitzeuge hiervon berichten wollen. Dabei zählt jede Geschichte.

 

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