Kindesmissbrauch: Missbrauchsbeauftragter fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Kindesmissbrauch:Missbrauchsbeauftragter fordert Bundesregierung zum Handeln

auf

Nach aktuellen Studien hat jedes siebte Kind sexuelle Gewalt erlebt. Die neue Koalition müsse aktiver dagegen vorgehen, verlangt der Missbrauchsbeauftragte Rörig.
Kindesmissbrauch: Ein Kinderspielplatz in Hamburg, von dem ein Kind entführt und später sexuell missbraucht wurde
Ein Kinderspielplatz in Hamburg, von dem ein Kind entführt und später sexuell missbraucht wurde ©Pauline Willrodt/dpa

Angesichts der aktuellen Sexismusdebatte hat der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig die künftige Bundesregierung aufgefordert, “ein neues Kapitel im Kampf gegen sexuelle Gewalt aufzuschlagen”. Die überwältigende Resonanz auf die Debatte unter dem Schlagwort #MeToo (“Ich auch”) zeige, wie groß das weltweite Ausmaß sexueller Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche sei, sagte Rörig den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

“Die Debatte zu sexueller Gewalt kann gar nicht laut genug geführt werden”, sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Auch in Deutschland würden längst nicht alle Fälle der Polizei gemeldet. Neueste Studien gingen davon aus, dass etwa jede und jeder Siebte in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten habe. “Dies ist nicht länger hinnehmbar”, sagte Rörig.

Weltweit haben sich Millionen Frauen der Internetaktion gegen Sexismus unter dem Schlagwort #MeToo angeschlossen. Sie berichten auch von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen im Kindesalter. Die Internetkampagne wurde durch den Skandal um den unter Vergewaltigungs- und Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gebracht.

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